Wir graben nach Gold und fischen doch nur im Trüben..

Donnerstag, 23. Mai 2013 / 0 Kommentare

Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Seit einiger Zeit lebe ich so in den Tag hinein. Nicht mehr so, wie früher. Früher wusste ich nichts mit mir anzufangen, ich war den ganzen Tag nur zuhause und habe nichts getan. Aber jetzt ist es anders. Ich bin vollkommen ausgebucht, wenn ich nicht in der Schule bin, bin ich arbeiten. Wenn ich nicht arbeiten bin, gebe ich Nachhilfe, was so gesehen auch zur Arbeit zählt. Und wenn das mal nicht der Fall sein sollte, dann muss ich lernen.
Natürlich habe ich auch Freizeit. Zeit, die ich aber verschwende, mit Gedanken. Mit üblen Gedanken, die nicht hier sein sollten. Es gibt diese Hoch-Phasen. Gestern zum Beispiel. Es klingt schräg und jedem, dem ich bisher von meinem Job erzählt habe, wird sich wundern. Aber gestern war der Tag einfach perfekt. Wir hatten hohen Besuch und der war mehr als zufrieden mit dem Laden, hellauf begeistert ist glaube ich gar nicht mal so hochgestapelt.
Ich hatte keine Differenz und nach der Abrechnung war es wirklich noch sehr lustig. Ich bin wirklich mit einem breiten Lächeln nach Hause gegangen und das habe ich jemandem zu verdanken, von dem ich das nie im Leben erwartet hätte.
Ich denke nicht, dass es jetzt immer so sein wird, schön wäre es allerdings. Trotzdem, das war eine Ausnahme, die sich vielleicht hin und wieder wiederholt.
Aber wo liegt da der Sinn? Momentan sind es wirklich die Menschen, die ich kaum kenne, die mich glücklich machen. Vielleicht ist das Verhältnis nur nicht so belastet. Aber vielleicht tun mir neue Leute einfach gut, weil ich aus meiner festgefrorenen Rolle ausbrechen kann. Weil ich einfach ich sein kann, ohne mir anhören zu müssen, dass ich mich verändert habe - denn das können sie nicht beurteilen. Und ja, ich glaube das ist der Grund.

Außerdem sollte ich mir keine Gefühle einreden, die nicht wirklich da sind. Den Fehler habe ich oft genug gemacht, nicht dieses Mal. Ich habe mir vorgenommen, in der Hinsicht zu entspannen. Ob das klappt ist eine andere Geschichte. Aber ich werde nicht mehr versuchen, jemanden möglichst häufig zu sehen, werde keine Vorwände mehr haben, um jemanden anzuschreiben, werde warten, (ob?) wann jemand sich von sich aus meldet und werde ganz entspannt an das nächste Zusammentreffen herangehen. Ich habe nichts zu verlieren, außer meine Würde. Also kotze ich niemandem den Brei meiner Gefühle auf die Schuhe, wenn er noch unverdaut ist.
Oh Gott, das ist so ziemlich das Ekelhafteste, was ich je gesagt, gedacht oder geschrieben habe. Und es bringt alles so schön auf den Punkt.

und noch etwas habe ich mir vorgenommen: nie wieder allein sein mit depressiven Gedanken und trauriger Musik. Nie, nie wieder. Und damit meine ich nicht nur, dass ich mit jemandem schreibe. Nein, ich meine damit, dass ich jedes Mal einfach aufstehen und rausgehen werde. Irgendwo hin. Meinetwegen mit der traurigen Musik. Allerdings ohne eine Chance auf ... gefährliche Taten.

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